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Ausstellungen

Kolloquium  ++  2014 SonderSchule III

 anfang

Am Sonntag den 7. September waren alle kunstinteressierten Baruther und Berliner
Kunstvereinsbesucher eingeladen einen Tag lang verschiedene Vorträge zu erleben,
die das Leben und das Werk des Brandenburger Künstlers Burkhard Binder beschreiben sollten. Der Kunstverein kennt die Arbeit von Burkhard Binder seit 2001.

Burkhard Binder hat ein bewegtes Leben hinter sich gebracht und es galt die wichtigsten Lebensabschnitte dieses Künstlers durch die Vorträge und Diskussionen wieder zu beleuchten.

 

einfuehrung

Begrüßung und Einführung durch Prof. Nora Fuchs.

 

Die Fachschule für Angewandte Kunst in Heiligendamm 1958.
Dipl. Arch. Birgit Hampel, Tochter eines Zeitzeugen.

Der erste Zeitabschnitt (ca.1958), seine Studienzeit in der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm, wurde von der Tochter eines Zeitzeugen (Birgit Hampel) mit Hilfe von gefundenem Bildmaterial anschaulich dargestellt. Die Lehre der damaligen Fachschule wurde dadurch vorstellbarer und veranschaulichte die Methodik der zeichnerischen Grundausbildung.

 

heiligendamm schule

Das Gebäude in dem sich ehemals die Fachschule befand.

binder eisscholle

Eine der wenigen Fotografien des jungen Binders.

 

uli redet

Der Eisenhüttenstadt Block. Zeichnungen und Diareproduktion (1959 - 62).
Ulrich Jansen, Dipl. grafik-design Ass. und Dipl. Maler HDK Berlin, Künstler und Sammler

Zwischen 1959 und 62 zog es Binder immer wieder nach Eisenhüttenstadt. Binder hielt seine Eindrücke fest mittels einer großen Anzahl von Zeichnungen, aber auch Fotografien. Der Künstler und Sammler Ulrich Jansen erzählt aus dieser Zeit und veranschaulicht Binders Zeichenkunst anhand von Reproduktionen und wenigen Originalzeichnungen.

 

ulis bilder

 

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Filmauschnitte zu einem Film über Eisenhüttenstadt.

ulis bilder 3

Der Eisenhüttenstadtblock, neun Originalzeichnungen von Burkhard Binder.




nora 1

Binders skulpturales Frühwerk. Vermutungen zur Urheberschaft (1962 - 64).
Diavortrag. Prof. Nora Fuchs, FH Dortmund.

Nora Fuchs Vortrag handelt von den Vermutungen zur Urheberschaft von Burkhard Binders skulpturalen Frühwerk. Anhand originaler Diapositive, die von Binder selber zu stammen scheinen, weist sie die Einflüsse der griechischen Archaik auf die frühen Plastiken des Künstlers nach. Nach ausgiebiger Auseinandersetzung mit der menschlichen Anatomie  und Figur wechselt das Interesse Binders hin zu einer Phase des Suchens. Es entstehen großzügige experimentelle Entwürfe von möglichen Bühnenräumen, gefüllt mit geometrischen Formen. Sichtbar wird aber auch eine große Ratlosigkeit ob der Ausrichtung und Sinnhaftigkeit des Werkes. Die Arbeiten zeigen dass eine Neuorientierung anbricht, die seine darauf folgende Ablösung aus der derzeitigen sozialen und politischen Lebenssituation bereits vorwegnimmt.


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Das anatomische Werk von W. Tank im Vergleich zur Lehre von Gottfried Bammes.



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Diskussion
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Die Düsseldorfer Szene.
Zeitgenossen von Binder und Werke aus dieser Zeit (1964 - 72).
Vortrag von Susanne Rosin, Künstlerin und Meisterschülerin HDK Berlin.

In der Zeit zwischen 1964 - 72 lebte Binder in Düsseldorf. Nachdem ihm die Flucht nach Westdeutschland gelang studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie und entwickelte sein Werk in Richtung Informel. Susanne Rosin erzählt von seiner Entwicklung in diesen acht Jahren und zeigt mit Hilfe von Reproduktionen von in seinem Atelier in Caputh vorgefundenen Werken Beispiele dazu.

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Die Berichte zu einem weiteren Zeitzeugen, zu Herrn Horst Eisenblätter, der in Düsseldorf ein guter Freund Binders war, ergänzen den Eindruck zu dieser Zeit. Herr Heinrich Weitzel kannte diesen Mann und berichtet, was er von ihm und seiner Freundschaft zu Binder weiß.

 

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Überraschend meldete sich eine Dame aus dem Publikum und stellt sich ebenfalls als Bekannte Binders vor. Die Kardiologin hat ihn in seiner Pariser Zeit behandelt und dabei eine intensive Beziehung zu Burkhard Binder aufgebaut. Sie berichtet von einer bislang unbekannten Reihe von Zeichnungen der Pariser Zeit, entstanden im Krankenbett.

 

Verschiedene Fragen aus dem Publikum lösen Diskussionen aus, besonders Binders Haltung zur ostdeutschen Politik in seiner Zeit in Heiligendamm und Halle empfinden einige Zuhörer als schwierig.

 

Die Jahre in Berlin. Vortrag von Ralf Wollheim, Kunsthistoriker und Publizist, Berlin.

Nach einer ausgiebigen Kaffee- und Kuchenpause im Garten geht Herr Ralf Wollheim, Kunsthistoriker und Publizist, auf Burkhard Binders Zeit in den 80er Jahren in Westberlin ein. Binder zieht es wieder Richtung Berlin, aber in Ostdeutschland möchte er sich nicht mehr einrichten. So erlebt er die letzten zwei Jahre vor der Wende in Westberlin, dank der damals wieder populär werdenden Malerei hat er sogar, wenn auch mäßigen, Erfolg.

 

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Öffnung des Fundstücks, der Koffer von B. Binder.
Beitrag von Prof. Carmen Luippold , Hochschule Anhalt und
Prof. Josef Herz, BTU Cottbus-Senftenberg.

Zum Abschluss der Veranstaltung wird ein alter Koffer auf die Bühne gebracht. Er wurde in der Nähe von Binders Atelier in Caputh gefunden und wird nun hier zum ersten Mal geöffnet. Der Koffer enthält Zeitungsausschnitte und ausgeschnittene Schlagzeilen.

koffer 2

Man ist sich unsicher was diese Sammlung bedeutet, die Finder Carmen Luippold und Josef Herz stellen Vermutungen an, aber es bleibt ein Rätsel. Auch der künftige Verbleib des Koffers ist nicht eindeutig geklärt.

 

 

Die Tagung schließt ab mit dem Wunsch, sich auch in der Zukunft weiterhin dem Werk Binders widmen zu wollen. Der Vorstand des Kunst und Kulturvereins und Nora Fuchs begrüßen dieses Vorhaben.


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